Kitanada Wandering 2020

! Guten Tag !
!大 家 好!
!こんにちは!

This text was originally posted on our Ameba Blog on the 19th of Nov. 2020.

Hallo Liebe Leser!

Hier spricht Dario, Koordinator für internationale Beziehungen in Naruto.

Am vergangenen 8. November fand auch in diesem Jahr das Kitanada-Wandern statt. Auch dieses Jahr nahmen drei deutsche CIRs aus Tokushima an dem Spektakel teil. Während unseres Spazierganges gab es wieder viel zu entdecken, was ich Ihnen hier gerne vorstellen möchte!

Treffpunkt war der Hachiman Schrein im Ort Kitanada der Stadt Naruto um 9:30 Uhr morgens. Der Schrein befindet sich am westlichen Ende der Naruto Skyline und ist somit leicht zu finden.

Nach aufmunternden Worten der Veranstalter und Erläuterungen zum Ursprung des Wanderns ging es los! Auf uns wartete dieses Jahr eine Küstentour – wobei unser besorgter Blick gen bewölkten Himmel ging…

Im vergangenen Jahr gab es zwei verschieden lange Routen in die Berge zum Hoshigoe-Bergpass, doch dieses Mal gingen alle Teilnehmer die gleiche Strecke: an der schönen Küste Kitanadas mit Blick auf die Seto-Inlandsee – hin- und zurück satte acht Kilometer.

Doch beim Wort Küstentour darf man nicht etwa an einen sandigen Strandweg denken: An der Küste verläuft eine wichtige Verkehrsverbindung: die Landstraße nach der Nachbarpräfektur Kagawa. Wir liefen also an dieser doch gut befahrenen Straße entlang – unterwegs ging es durch kleine Ortschaften und an berühmten Läden entlang.

Vor einiger Zeit war ich diesen Weg einmal mit dem Fahrrad gefahren, um zum oberen Ende des Berges am Ōasahiko Schrein zu gelangen. Als ich damals dieses Geschäft passierte, war ich doch sehr überrascht.

Kennen Sie diesen Laden?

Es handelt sich um das wohl berühmteste Fischrestaurant/Fischgeschäft in Naruto: „Binbiya“. Das Wort „binbi“ entstammt dem lokalen „Awa-“Dialekt und bedeutet „Fisch“, wobei es ein Begriff ist, den nur Kleinkinder verwenden – man denke an deutsche zweisilbige Begriffe wie „Mama, Papa, Dada“ usw. Als wir Wanderer den Laden passierten, befanden wir uns außerhalb der „Hauptstoßzeit“. Dazu kam natürlich das Problem des Corona-Virus, weshalb nur wenige Personen vor dem Laden Schlange standen. Als ich mit dem Fahrrad zum Mittag vorbeifuhr, standen die Leute bis auf der Straße Schlange.

Neben dem berühmten „Binbiya“ gibt es natürlich auch noch zahlreiche andere Geschäft an der Küstenstraße Kitanadas. Neben frischen Fischen aus der Seto-Indlandsee finden wir auch Geschäfte, die das einzigartige Naruto Wakame anbieten. Ein Gang lohnt sich!

Zwischen 1917 und 1920 waren im Kriegsgefangenenlager Bandō, das sich im heutigen Ortsteil Ōasa der Stadt Naruto befand, etwa 1000 Deutsche inhaftiert. Als der 1. Weltkrieg in Europa endlich sein Ende fand, war es der Lagerbehörde möglich geworden, den Gefangenen noch weitere Freiheiten zu ermöglichen.

Dies zeigte sich zum Beispiel an den zunehmenden Spaziergängen an die Seto-Inlandsee (an den Ort Kushiki). Tatsächliches Baden im Meer schien zwar verboten gewesen zu sein, doch aus den hinterlassenen Dokumenten der Kriegsgefangenen geht hervor, wie sie gemeinsamen Austausch mit der lokalen Bevölkerung ausübten. So waren es die örtlichen Kinder, die vielleicht aus Interesse die Deutschen ansprachen und von diesen wiederum Brot erhielten.

Als die Fischer in Kushiki eines Tages ein großes Netz einholen wollten, halfen ihnen die zufällig gerade beim Spazieren gewesenen Deutschen aus; an anderer Stelle stellten die Deutschen ihre Kochrezepte vor Ort direkt vor.

Der Anblick der Küste hat sich in den vergangenen 100 Jahren natürlich stark geändert. Neben der asphaltierten Straße sehen wir Boote mit Technologien versehen, die damals noch unbekannt waren.

Doch wir konnten auch die fortschreitende Vergreisung und Kinderlosigkeit in Naruto an der Landschaft erkennen.

Im Hintergrund des oben stehenden Bildes ist die alte Kitanada Mittelschule Narutos zu sehen. Dies erzählte mir ein Wanderer. Er war hier in der Nähe groß geworden und besuchte auch die besagte Mittelschule. Sie wurde anscheinend kurz nach dem Krieg im Jahre 1947 errichtet und bestand bis zum Jahre 2013. Im darauffolgenden Jahr ging sie in der Seto Mittelschule Naruto auf, das nun verlassene Schulgebäude wird für Ausstellungen und andere Veranstaltungen weiterhin verwendet.

Sicherlich lässt sich eine solche Schulschließung aufgrund des demografischen Wandels nichts vermeiden, doch es stimmt schon sehr traurig zu sehen, wenn eine 66 Jahre lang funktionierende Einrichtung geschlossen wird.

Gerade zur Halbzeit klarte dann auch endlich der Himmel auf: Wir waren am 2011 entstandenen Fischmarkt JF Kitanada angekommen! Neben großflächigen Fahrradstellplätzen und Parkplätzen findet man hier einen Bereich zum Ausruhen, frischen Fisch sowie lokale Spezialitäten zum Verkauf und ein kleines Restaurant. Dieser Ort verdient wahrlich den Namen „Meeresraststätte“.

Da der Fischmarkt direkt am Meer liegt, konnte man die zum November noch recht milde Seebrise genießen.

Doch Fisch genießen selbstverständlich nicht nur Menschen! Man kann die Zeit auch mit anderen „Feinschmeckern“ verbringen:

Hier gibt es ein eigens angelegtes Zimmer, in dem man Zeit mit den hier lebenden drei Katern verbringen kann.

ein Bereich, in dem der Raststättenvorsteher „Naru“ vorgestellt wird

Nachdem wir die lebenden Fische betrachtet und unser Mittagessen beendet hatten, ging es den gleichen Weg wieder zurück zum Hachiman Schrein. Durch den aufgeklarten Himmel erstrahlten die Berge und zeigten teils sogar schon ihre Herbstfarben.

Auf dem Rückweg schauten wir uns auch diesen Laden an, der ganz verschiedene Gegenstände bereithält, darunter auch diese Bojen.

Durch die vollständige Aufführung Beethovens 9. Symphonie durch die deutschen Kriegsgefangenen vor etwa 100 Jahren wurde Naruto zum Ort der asiatischen Erstaufführung. Wenn die ehemaligen Kriegsgefangenen sehen könnten, wie herzlich sich um ihr Erbe gekümmert wird, wären sie sicherlich erfreut.

Gegen 1 Uhr nachmittags waren wir dann zurück beim Schrein. Auf dem rund 8 Kilometer langem Weg konnten wir beim Spazieren viele schöne Seiten Kitanadas betrachten und uns gemeinsam mit anderen Wanderern austauschen. Die deutschen Kriegsgefangenen waren viele Male an der Seto-Inlandsee gewesen und sollen sogar bis an die Grenze zur Nachbarpräfektur Kagawa gelangt sein.

Auf dem Weg stellte ich mir vor, welcher Anblick wohl die Deutschen hier am Strand von Kitanada erwartete und mit welchen Gefühlen sie diese Spaziergänge begangen. Es lässt sich leicht vorstellen, dass die angenehme Seebrise für die Gefangenen, die seit November 1914 in Japan waren, die sie während ihrer kurzen Zeit im Freien genießen konnten, eine wichtige seelische Stütze war.

Ich hoffe, dass das Wandern auch im kommenden Jahr wieder stattfinden und ich erneut daran teilnehmen kann. Ich lege Ihnen an Herz, einmal selbst nach Kitanada zu gehen, und die angenehme Küstenlandschaft zu erleben!

朋友们,古藤踏克(大家好)!我是鸣门市国际交流员Dario。

11月8日(星期日),北滩户外徒步大会按期举行。继去年之后,包括我在内的三名德国交流员又参加了本次活动。接下来,我向各位介绍我们一路上的新发现。

早上9点30分,全员在鸣门市北滩町的八幡神社集合。神社位于鸣门skyline观光车道的终点附近,很容易找到。工作人员向大家介绍了徒步活动的起源,并鼓劲大家完成目标。出发的时候,天气有点阴沉,大家一开始还有些担心会不会下雨。

去年的活动有两条路线,都是前往位于山里的星越岭。今年只有一条路线,是沿着海岸徒步往返8公里的路程。沿途可以充分地欣赏北滩的海岸和濑户内海的风景。

虽说是沿着海岸徒步,沿岸也有汽车公路干线通过,公路旁边的步道很适合徒步。我们途中经过了很多居民区,也看到了很多本地特色的店铺。

以前,我骑自行车去大麻比古神社后面山上的时候曾经经走过这条路。当时,我在这里就发现了一家超出我想象的人气餐厅。

这家餐厅的名字叫“びんび家(bin bi ya)”,大家知道这家餐厅吗?

在鸣门,说到吃鱼的餐厅,我想这一家应该是最有名气的了。餐厅名字里的“びんび”是阿波方言(德岛县古称“阿波”),意思是“鱼”,这是儿童用语,就和日语的“おてて(儿童用语,意思:手)”是相同类型。现在受新冠的影响,客人有所减少,加之我们路过的时候,不是饭点,因此排队的人数不是那么多。但是,我之前骑车路过的时候,正好是午餐时间,那时的队伍排到了公路边,人气之高显而易见,场面实在壮观!

除了这家有名的“びんび家”之外,沿途还有很多其他店铺。有销售活鱼的店铺,也有销售风味独特的鸣门裙带菜的店铺,店铺种类丰富,欢迎朋友们前来看看!

100多年前,位于现鸣门市大麻町的板东俘虏收容所收容了近千名德国俘虏。俘虏们自1917年开始在收容所生活,直至1920年收容所关闭。欧洲的一战结束之后,收容所的管理者给予了俘虏们超过以往水平的自由。

其中就有濑户内海(栉木区域)徒步活动。据说海水浴没有被允许,但是关于德国人和当地居民友好交流的故事在相关资料中比比皆是。例如,好奇心旺盛的当地小孩子们主动向德国人打招呼,或德国人给小孩子们分享面包等。

又如,渔夫们在拉起大型渔网的时候,前来散步的德国俘虏们会帮忙拉网。在和渔夫们交流过程中,俘虏们还向渔夫们介绍过德国的菜谱。当然,100年后的今天,海岸的风貌已经和以前大不一样了,道路已经是柏油路,渔船也采用了各种新技术。

然而,随着少子老龄化社会的发展,鸣门市的变化也可见一斑。

参加徒步大会的市民告诉我说照片里的建筑是旧鸣门市北滩中学。这位市民就毕业于这所学校。后来我查了一下,原来这所学校是在二战后的1947年建成的,在2013成了废弃的学校。2014年,该学校和鸣门市濑户中学合并。废弃的教学楼会在公共展览或者集体活动上被再利用。人口减少,学校废弃是形势所迫。但想到拥有66年历史的学校关闭,还是让人唏嘘不已。

天空放晴,刚好徒步时间过半,我们来到了于2011年开业的JF北滩鱼市场。

这里有自行车和私家车的停车场。这里除了销售活鱼、特产之外,还设有食堂。我觉得“海之站”这个名字很适合这个休息区。(在日本,高速或普通公路旁的服务区,一般被叫作“道之站”)

这里背靠濑户内海,虽然已是11月,但海风依然温和,令人神清气爽。

另外,在这里,还可以和喜欢鱼的喵星人一起玩耍哦!

这里有专门设置的小猫房间,客人可以和这里的小猫玩耍。

这是介绍“海之站”站长“NARU”(站内的招牌猫,很受当地人喜爱,后因病去世)的展区。

鉴赏完新鲜的活鱼,吃完美味午餐,我们再次启程折回八幡神社。天气甚好,我们一边前行,一边眺望南面的群山,欣赏美丽的秋景。

我们还发现了一个特别有意思的店铺,店铺里竟然有这么可爱的浮标。

100多年前,德国俘虏们在板东俘虏收容所奏响了贝多芬第九交响曲,因此鸣门市成为“贝九”的亚洲首演地。如今,鸣门市依然非常重视这些历史,我想当年的德国俘虏们也一定会感到欣慰。

下午1点左右,我们回到了八幡神社。在约8公里的徒步过程中,我既欣赏到了北滩的海岸美景,也和市民加深了交流。据说当年的德国俘虏们曾经多次徒步到濑户内海海岸,有时甚至徒步到了香川县附近。

在徒步中,我想象着100年前的德国人所看到的风景,也思索着他们在徒步过程中的心情。我想,对于从1914年11月开始作为俘虏生活在这里的德国人来说,这种感受海风、享受自由的时间无疑是非常珍贵的。

希望明年的徒步活动也能顺利举办,我还想参加这个活动!

也欢迎大家前来北滩町一览美丽的海岸风景!

日本語版はこちらです!


!Bis zum nächsten Mal!
! 下 期 再 会 !
!では、また次回!

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